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Indischer Tanz

Tempeltänze ? Volkstänze ? Bollywood
  Tänze
Tempeltänze
Im Hinduismus, der Hauptreligion des indischen Subkontinents, sind alle Formen von Kunst wie Tanz (Natyakala), Musik (Sangeetakala), Malerei (Chitrakala) und Bildhauerei (Shilpakala) Ausdruck von Schönheit und Göttlichkeit im Menschen. Das Erleben der Seele findet seinen höchsten Ausdruck im Tanz.

Die Grundlagen des klassischen indischen Tempeltanzes sind im ältesten Werk Natya Shastra niedergelegt, das um 200 v. Chr. vom weisen Bharata geschrieben wurde. Bharata erhielt dieses heilige Wissen vom Schöpfergott Brahma, der in tiefer Meditation aus den vier Veden (Samaveda, Rugveda, Atharvaveda und Yajurveda), den heiligen Schriften der Hindus, den fünften Veda ? den Natya Veda ? geformt hatte.

Dieser bildet heute noch die Basis der zusammengehörigen Künste von Tanz, Drama und Musik.
  • Der Körper soll die Melodie aufnehmen
  • Die Hände sollen den Sinn erklären
  • Die Augen sollen das Gefühl widerspiegeln
  • Die Füsse sollen den Rhythmus zeigen
Im Namen des Urhebers des indischen Tempeltanzes, des Weisen Bha-ra-ta, sind auch die Elemente des Tanzes enthalten: bha = Bhava (Gefühl), ra = Raga (Melodie), ta = Tala (Rhythmus) ? Natya bedeutet Tanz. Mit Handgesten (Mudras), Schauspiel (Abhinaya) und Pantomime erzählen die Tänzer Geschichten aus der Mythologie und beschreiben Götter, Menschen und Tiere. Die Themen sind meist religiös, können aber auch weltlich sein.

Aus dem Natya Shastra sind die verschiedenen Tanzstile wie Odissi, Kathak, Manipuri aus Nordindien und Bharata Natyam, Kuchipudi, Kathakali, Mohini Attam aus Südindien entstanden.

Bharata-Natyam aus Südindien ist einer der schönsten Tanzstile Indiens. Früher gehörten die jahrtausendealten traditionellen Tänze zum Ritual im Tempel während des Gottesdienstes und wurden von den Gottesdienerinnen und -dienern vorgeführt. Diese gehörten zur Kaste der Devadasi und wohnten im Tempelbezirk ? ihr Leben war Gott gewidmet. Heute ist die wunderbare indische Tanzkunst weltbekannt.
Volkstänze
Indische Volkstänze, die älter als die klassischen Tempeltänze sind, erzählen Begebenheiten aus dem Leben der Bauern oder stellen Tiere dar. Sie sind temperamentvoll, fröhlich und verlangen ausser dem tänzerischen Können manchmal auch akrobatische Fähigkeiten. Sie werden an religiösen oder auch an Volksfesten in den Dörfern vorgeführt. Zum Beispiel Bauerntanz, Holi, Bhangra, Rajasthani, Wahrsagerin, Kolata (mit Stäbchen), Khamsale (mit Zimbeln), Trommeltanz, Tänze mit Masken, Tiertänze (Pfau und Schlange, ?), Jägertanz, ...
Bollywood
Die fröhliche, sinnliche und farbige Tanzshow der Welt des Bollywood

Die gefühlsbetonten Bollywood-Filme mit ihren Musik- und Tanzszenen werden in der grössten Filmindustrie weltweit in Bombay (heute Mumbai) produziert. Schon in den 60er- und 70er-Jahren genossen die den Hollywood-Filmen ähnlichen Bollywood-Filme in Indien eine grosse Popularität. Die Filme sind amüsant und spannend. Besonders typisch sind die fröhlichen und berührenden Sing- und Tanzeinlagen. In den letzten Jahren sind Bollywood-Filme weltbekannt geworden. Auch in Europa werden die farbigen und emotionalen Filme mit ihren melodiösen und rhythmischen Tanzszenen immer populärer. Es ist ein Mix von klassischem indischem Tanz, Folklore und modernen Tanzbewegungen.



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